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Psychoanalytische Schulen: Ich-Psychologie

17. Juli 2024 | 19:00 - 21:15

Kostenlos

Im Jahre 1923 leitete Sigmund Freud, unter weitgehend impliziter Adaptation des klassischen Triebmodells, mit seinem Werk „Das Ich und das Es“ einen bahnbrechenden strukturellen Wechsel vom topografischen zum Drei-Instanzen-Modell mit Heraushebung des Ich (als Einleitung zur Ich-Psychologie) ein. Damit sollte das Modell der Psyche mit Motiven und Verhalten des Menschen verstehbarer und erklär-barer werden.
Das Ich ist der Organisator unserer Psyche und für das Zusammenspiel von Ich-Funktionen (mit Bewusstsein und Wahrnehmung, Unterscheiden, Denken und Steuerung der Triebe) sowie der Abwehr (unter zentraler Wirkung der Verdrängung) verantwortlich. Damit revidiert S. Freud die frühere Ansicht, dass das Bewusste die Verdrängung von unlustbesetzten Vorstellungen bewirkt. Das Ich verlässt sich auf die Wahrnehmung, während das Es sich unter Regie zwischen den Polen der entgegengesetzten Triebe mit Lusttrieb (Eros) als Sexual- und Selbsterhaltungstrieb und Todestrieb (Thanatos) mit Tendenz zur Zerstörung und Zerfall bewegt.
Aus diesen Interaktionen der Triebe sowie unter den Einflüssen von Über-Ich und Es entwickelte Freud 1926 seine Theorie der Signalängste mit rationalen (wie für Gefahren) und irrationalen Ängsten. Das Ich-psycho-logische Modell wurde insbesondere von Anna Freud, Heinz Hartmann und Paul Federn weiterentwickelt.
Ich-psychologische Einflüsse sind auch in anderen Theoriemodellen wie z.B. von Alfred Adler erkennbar. Somit findet in den Theorien der Psychotherapie auch permanent (evolutionär) Entwicklung statt – im Rahmen der sog, vier psychoanalytischen Psychologien entwickeln sich später, auf der Ich-Psychologie aufbauend, die Objekt- und die Selbstpsychologie.

Dr. med. Lothar Schlüter-Dupont
Seminar: 3 UE, Präsenzveranstaltung, TP/AP, 2. Sem.

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Details

Datum:
17. Juli 2024
Zeit:
19:00 - 21:15
Eintritt:
Kostenlos
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