Publikationen

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Im Umfeld der DAP sind eine Reihe von Publikationen entstanden. Hier finden Sie eine kurze Übersicht der wichtigsten Titel.

 

Dynamische Psychiatrie | Dynamic Psychiatry
Internationale Zeitschrift für Psychiatrie und Psychoanalyse
Mattes Verlag GmbH, Steigerweg 69, 69115 Heidelberg

Die Zeitschrift erscheint 2018 im 51. Jahrgang
Jahresabonnement für 3 Hefte (Stand 2017):
69,00 € (ermäßigt 30,00 €), zuzüglich Porto, 
Einzelheft: Preisstaffel nach Anzahl der Nummern: je Nummer 11,50 €
Bestellungen bitte per E-Mail unter

Die Zeitschrift Dynamische Psychiatrie / Dynamic Psychiatry veröffentlicht internationale wissenschaftliche Forschungsergebnisse auf den Gebieten humanistischer Psychiatriekonzepte. Besondere Berücksichtigung finden dabei Arbeiten über schizophrene Reaktion, Psychosomatik und Borderlinephänomene sowie die Schlaf-, Traum- und Hirnhemisphärenforschung.

 


Günter Ammon
Der mehrdimensionale Mensch

Mattes Verlag Heidelberg, dritte überarbeitete Auflage 2019,
Erstausgabe 1986

”Der mehrdimensionale Mensch” ist das humanistische Konzept, das der Berliner Psychiater und Psychoanalytiker Prof. Günter Ammon in jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit dem breiten Spektrum des menschlichen Potentials entwickelt hat.

Mehrdimensionalität beinhaltet bei Ammon immer das Potential an konstruktiver Lebensentfaltung, das aus dem Einklang von Körper, Geist und Seele erwächst.

 


Maria Ammon
Grundlagen der humanstrukturellen Psychoanalyse und der Dynamischen Psychiatrie
Mattes Verlag Heidelberg, ISBN 978-3-86809-136-6, 2018

Ziel des Buches ist es, die Dynamische Psychiatrie, die Günter Am­mon in den 60er Jahren in Deutschland eingeführt und in den folgen­den Jahrzehnten wei­terentwickelt hat, in ihrer Bedeutung als theore­tisches Konzept und Behandlungswissenschaft darzustellen. Den Kernpunkt der Dynamischen Psychiatrie bildet eine ganzheitliche Identitätsauffassung mit einem mehrdimensionalen, androgynen Verständnis des Menschen. Die theoretischen Grundpfeiler sind ein neues Aggressionsver­ständnis, die Positivdefinition des Unbewussten, das Persönlichkeitsstrukturmodell, das Sozialenergiekonzept sowie ein dynamisches Verständnis der ar­chaischen Ich-Erkrankungen. Die Dynamische Psychiatrie ist ein integratives Konzept, dass Psychia­trie, Psy­choanalyse und Gruppendynamik miteinander verbindet und die Erkenntnisse von Ich- und Objekt-Psychologie sowie von interper­sonellen und systemischen Ansätzen aufnimmt und weiterentwickelt. Neben der Erörterung der theoretischen Grundlagen und einem um­fassenden Überblick über die Literatur zum Thema Dynamische Psych­iatrie wird das Be­handlungsspektrum von verbalen bis nonverbalen Therapiemethoden anhand des stationären Settings beleuchtet.

 


Maria Ammon, Egon Fabian (Hrsg.)
Selbstfindung und Sozialisation: Psychotherapeutische Überlegungen zur Identität.


Gießen: Psychosozial-Verlag, 2014



Selbstfindung und Identitätsentwicklung sind in der heutigen Zeit erschwert: Der Wegfall religiöser Vorstellungen und tradierter Werte stellt besonders die Jugend vor große Herausforderungen. Bereits in der Kindheit können schwache Bindung, Traumata und andere pathogene Faktoren zu psychischen Krankheiten und Identitätsstörungen führen.

Die Autorinnen und Autoren nähern sich dem Konzept der Identität im Zusammenhang mit Bindungsstörungen, Selbstfindung und Sozialisation. Zudem werden die interpersonelle und soziokulturelle Dimension und damit auch Aspekte wie Heimat, Migration und Entwurzelung behandelt. Das Buch zeigt die Relevanz der dynamischen und gruppenbezogenen Auffassung von Identität für den therapeutischen Prozess auf.

 


Egon Fabian
Die Angst: Geschichte, Psychodynamik, Therapie.

Münster: Waxmann, 2013 (Psychotherapiewissenschaft in Forschung, Profession und Kultur 5)



In unserer Zeit, einer Zeit der rapiden und in ihren Auswirkungen größtenteils unberechenbaren technischen, ökologischen und sozialen Veränderungen, spielt die existenzielle Angst eine große Rolle. Der Autor betont, dass »gesunde« Angst ein wesentlicher Teil des Menschseins ist; sie hilft, eigene Entwicklung, geistige Tiefe und Beziehungen zu Anderen zu erlangen. Krankhafte Angst kann auf die existenzielle »Ur-Angst« des Kleinkindes zurückgeführt werden. Sie entsteht in einer Umgebung, die die Angst des Kindes nicht wahrnimmt oder sogar unterdrückt. Die individuelle Qualität der Angst eines Menschen hängt wesentlich von der eigenen Biographie ab: Angst – in all ihren Manifestations-, und Abwehrformen – hat immer ihre eigene Geschichte. Soziokulturelle Einflüsse werden durch die Dynamik der Familie »gefiltert«. Auch das »Zu-Wenig« an Angst, die defizitäre Angst, und ihr »Kippen« in Aggression, werden thematisiert. Nach der Beschreibung der Symptomatologie geht der Autor detailliert auf die verschiedenen Formen der Therapie der Angst ein.


 


Egon Fabian (Hrsg.)
Psychotherapie der Angst: Theoretische Modelle und Behandlungskonzepte.

Gießen: Psychosozial-Verlag, 2013



Angst als menschliches Grundgefühl kommt in zahlreichen Formen zum Ausdruck. Für die Entstehung pathologischer Angst spielen frühe Verlassenheitserfahrungen, offene und unterschwellige Traumatisierungen, aber auch soziokulturelle Aspekte eine zentrale Rolle. In extremen Fällen wird die nicht gespürte, »defizitäre« Angst oft als Aggression ausgedrückt. Ziel einer Psychotherapie ist es, sie in eine »gesunde« Angst zu transformieren, die zu mehr Kontaktfähigkeit und letztlich zu mehr innerer Freiheit führen kann.

Die Autorinnen und Autoren der Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte der einzel- und gruppentherapeutischen Behandlung der Angst, wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit Träumen oder mit dem Körper in der Tanztherapie.

 


Egon Fabian
Anatomie der Angst: Ängste annehmen und an ihnen wachsen.

2. Aufl. Stuttgart: Klett-Cotta, 2012



Angst ist ein fester Bestandteil des Menschseins. Uns allen ist sie gemeinsam: eine Ur-Angst. Nur durch Rückbesinnung kann es uns gelingen, mit ihr umzugehen und sie als Teil unseres Lebens zu akzeptieren. »Ängste besiegen«, »Endlich frei von Angst und Panik« – so oder so ähnlich lauten die Heilsversprechungen einer wahren Flut von Ratgebern. Dabei ist es nicht nur ethisch bedenklich, sondern auch nicht ungefährlich, wenn sogar Fachleute die Angst zum besiegbaren Symptom erklären.

 

  • Ein Leben ohne Angst ist gar nicht möglich.
  • Keine Angst zu spüren ist gefährlich.
  • Die Quelle aller Ängste ist die Ur-Angst.
  • Die Ur-Angst können wir nicht besiegen, doch wir können lernen, mit ihr zu leben.
  • Angst hilft, unser Leben zu vertiefen und mit anderen solidarisch zu sein.
  • Angst ist fester Bestandteil des Menschseins: Nur wer Ängste spürt, ist empathiefähig.

 


Gertraud Reitz, Rolf Schmidts, Ingeborg Urspruch, Thomas Rosky
Kreative Therapien in der Psychoanalyse

Psychosozial-Verlag (Gießen) 2011, ISBN 978-3-8379-2108-3

Die Einsicht, dass der Mensch nicht einen Körper hat, sondern sein Körper ist, erfordert ein erweitertes Verständnis von Psychoanalyse. Unbewusstes artikuliert sich nicht nur mittels Sprache, sondern auch über den Körper. Deshalb gelten den Autoren Tanz-, Musik- und Theatertherapie als wichtige Ergänzung zum therapeutischen Gespräch. Der Band bietet dem Leser durch Fallgeschichten und gut verständliche Erläuterungen einen Einblick in die nonverbalen, körperzentrierten Verfahren und gibt Anregungen für die eigene Beschäftigung mit diesen kreativen Therapien.

 


Saskia Heyden, Kerstin Jarosch
Missbrauchstäter: Phänomenologie – Psychodynamik – Therapie

Mit einem Geleitwort von Rolf Schmidts
Stuttgart: Schattauer, 2010

Wenige Schlagzeilen lösen in den Medien ähnliche Emotionen und Ängste, aber auch Vorurteile aus wie die Berichte über den sexuellen Missbrauch und die Misshandlung von Kindern. Dieses Werk setzt sich auf wissenschaftlicher Basis umfassend mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinander.

Ohne das Schicksal der Opfer zu vernachlässigen, legen die Autorinnen den Fokus auf die Täter und gehen u.a. folgenden Fragen nach:

 

  • Wie entsteht Missbrauchsverhalten?
  • Welche Folgen hat sexueller Kindesmissbrauch?
  • Gibt es besondere Merkmale und (psychische) Auffälligkeiten von Tätern?
  • Welche Typen von Tätern gibt es?
  • Wie können wirksame Behandlungskonzepte aussehen?

Auch die Verbindungen zwischen Gewalt- und Vernachlässigungserfahrungen und Missbrauchsverhalten werden gezeigt.

 


Egon Fabian, Birger Dulz, Philipp Martius (Hrsg.)
Stationäre Psychotherapie der Borderline-Störungen:

Therapiespektrum und klinikspezifische Behandlungskonzepte
Stuttgart: Schattauer, 2009

Im deutschsprachigen Raum existiert eine hoch differenzierte Versorgungslandschaft für die klinische Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Die Bettenkapazität ist fünfstellig, der Nutzungsgrad liegt bei 90 %. Erstmalig werden mit diesem Buch erfolgreiche Konzepte für die stationäre Therapie von Borderline-Störungen zusammengefasst. Die Autoren beschreiben anschaulich und praxisnah ihre jeweiligen Behandlungsschwerpunkte und gehen detailliert auf die spezifischen Therapieangebote ein, abhängig von der Schwere und den Besonderheiten der Störungen. Der Leser erhält einen fundierten Einblick in die therapeutische Arbeit der verschiedenen Institutionen. Dieses wegweisende Handbuch zum stationären Therapiespektrum bei Borderline-Störungen richtet sich in erster Linie an Ärzte und Therapeuten sowie Sozialdienste und Kostenträger. Aber auch Patienten und deren Angehörige können hier wertvolle Informationen erhalten.

 


Maria Ammon
Kindheit und Pubertät von schizophren strukturierten Patienten

Av Akademikerverlag, 2016, ISBN-13 978363986902

Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Hypothesen zur Pathogenese der Schizophrenie liefert Maria Ammon eine qualitative Untersuchung der frühen Lebensgeschichte von schizophren erkrankten Patienten und deren Familien. Das Herzstück der Arbeit bilden biografische Interviews mit sechs schizophren erkrankten Menschen und ihren nächsten Bezugspersonen. Im Ergebnis geht es der Autorin darum, die Erkrankung familiendynamisch zu verstehen, aber nicht um Schuldzuweisungen vorzunehmen, sondern um die Bedingungen schizophrener Erkrankungen zu beleuchten und Alternativen zur Prophylaxe sowie Hilfestellungen zu entwickeln.

 


Michaela Amering, Margit Schmolke
Recovery: Das Ende der Unheilbarkeit

Psychiatrie-Verlag, Bonn, 2007, ISBN 978-3-88414-421-3

Hoffnung macht Sinn. Das ist die Essenz der Recovery-Bewegung. Hier werden von Betroffenen initiierte Genesungs-Konzepte und Erfahrungen mit Schizophrenie für Betroffene, aber auch als Maßstab für professionelles Handeln, bereitgestellt. Michaela Amering und Margit Schmolke sehen die großen Chancen, die von dieser Bewegung und einer personenzentrierten Behandlung bei Psychosen für die Psychiatrie ausgehen. Schizophrenie ist heilbar, so lautet die nun mit Daten der Verlaufsforschung belegte Botschaft.

Recovery setzt den Empowerment-Gedanken schlüssig um. Die paternalistisch-fürsorgliche Haltung gegenüber Nutzerinnen des psychiatrischen Systems tritt in den Hintergrund. So ist es konsequent, dass im Buch mit dem einzigartigen Überblick über die Voraussetzungen und Grundannahmen der Recovery-Forschung Psychiatrie-Erfahrene als Forscher diskutiert werden. Wilma Boevink und Ron Coleman sind zwei der sieben mit ihrer Lebensgeschichte und Arbeit vorgestellten Symbolfiguren, aber sie betonen selbst, dass sie keine Ausnahmeerscheinungen sind. Auf einer neuen, ganzheitlich gedachten Ebene kann Gesundheit wieder erfahrbar werden.

 


Günter Ammon
Das Borderline-Syndrom – Krankheit unserer Zeit

Pinel-Verlag für humanistische Psychiatrie und Philosophie GmbH
Mit einem Vorwort von Ernst Federn
1998, Paperback, ISBN 3-922109-20-9

Schon 1976 stellte Günter Ammon das Borderline-Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild erstmalig der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vor. War zu Freuds Zeiten die neurotische Erkrankung ein Ausdruck der Sexualitätsfeindlichkeit der Gesellschaft, so kann in unserer hochtechnologisierten Konsumgesellschaft die Borderline-Erkrankung in ihrer angepassten Fassadenhaftigkeit, Standpunktlosigkeit und Desintegriertheit als Krankheit unserer Zeit gelten. Das Buch enthält eine Sammlung von Arbeiten Prof. Günter Ammons und Mitarbeitern aus den Jahren 1974-1995.

 


Ulrike Winkelmann und Co-Autoren
Aggression – mal konstruktiv

Ambulante Milieutherapie in Theorie und Praxis
Verlag Dietmar Klotz GmbH, Eschborn, 2000, Paperback, ISBN 3-88074-298-7

Das Buch stellt die psychoanalytische Milieutherapie sehr anschaulich dar.

Diese vor allem in England und Amerika entwickelte Therapieform wurde in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von dem Berliner Psychiater und Psychoanalytiker Günter Ammon in Deutschland eingeführt.

Sie ist besonders zur Behandlung von Krankheiten geeignet, die von in präverbaler Zeit entstandenen Aggressionsstörungen herrühren, z.B. Psychosen, Psychosomatik oder Borderline-Syndrom.

 


Reitz, Dr. med. R. Schmidts, Dr. T. Rosky
Das große Buch vom Träumen

So verstehen Sie die Botschaften Ihres Unbewussten, Traumbuch
Weltbild Verlag, Augsburg, 2.Auflage 2000, ISBN 3-89604-407-9 (ist derzeit leider vergriffen)

Träume gehören zu den wichtigsten Quellen unserer inneren Kraft. Wer ihnen vertraut, wird mutig daran gehen, seine Pläne und Wünsche in die Realität umzusetzen. Zahlreiche „Traumbiografien“ helfen Ihnen, Traumbotschaften richtig zu deuten, verschüttete kreative Potenziale zu Tage zu fördern und letztlich ein lebendiges aktives Leben zu führen. Dr. phil. Gertraud Reitz, eine der Autorinnen, ist seit über 20 Jahren Lehr- und Kontrollanalytikerin der Deutschen Akademie für Psychoanalyse in München. Der Mitautor Dr.med. Rolf Schmidts ist Chefarzt der Dynamisch-Psychiatrischen Klinik Menterschwaige in München und ärztlicher Leiter und Lehranalytiker des Lehr- und Forschungsinstitutes der Deutschen Akademie für Psychoanalyse in München.

 


Günter Ammon
VORTRÄGE 1969-1988

Pinel-Verlag für humanistische Psychiatrie und Philosophie GmbH
Berlin/München, 1988, Paperback, ISBN 3-922109-00-4

Das Buch enthält eine Sammlung der wichtigsten Arbeiten Günter Ammons. In ihnen zeigt er die Dynamische Psychiatrie nicht als ein festes, abgeschlossenes Lehrgebäude, sondern als eine lebendige, sich verändernde Theorie – als ein offenes System.


Günter Ammon
Handbuch der Dynamischen Psychiatrie, Band 1 und 2

Eschborn bei Frankfurt am Main, Klotz
gebundene Ausgabe 1982, ISBN 9783497010042, antiquarisch

Einführung Handbuch 1
Unter Dynamischer Psychiatrie versteht der Herausgeber eine Psychiatrie, in der das Persönlichkeitsbild mit seiner psychogenetischen, psychodynamischen, strukturellen und gruppendynamischen Entwicklung, sowie das Hier und Jetzt der Persönlichkeit zu erfassen versucht wird. Die Dynamische Psychiatrie ist eine verstehende Psychiatrie, die sich um die Einzigartigkeit des ihr anvertrauten Menschen bemüht und danach fragt, wer er ist, warum er so geworden ist und welche gesunden Möglichkeiten für ein therapeutisches Programm vorhanden sind. Die Arzt-Patienten-Beziehung ist das wesentliche Moment der medizinisch-psychiatrischen Untersuchung und der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. In diesem Handbuch wird Dynamische Psychiatrie als eine humanistische und anthropologische Wissenschaft mit Überwindung der herkömmlichen Nosologie der Schulpsychiatrie dargestellt. Die Dynamische Psychiatrie mit ihrer Konzeption vom Menschen, vom Weg des Kontaktes zu anderen Menschen und einer Strategie für seine Behandlung zeigt einen hoffnungsvollen Weg in die Zukunft für alle psychisch Kranken. Die Elendsanstalten der Schulpsychiatrie, „die eitrigen Wunden unsere Gesellschaft“ (Bettelheim), können nur verschwinden, indem in einer neu begründeten Behandlungswissenschaft die Spaltung von Psychoanalyse und Psychiatrie überwunden wird.

Einführung Handbuch 2
In diesem Band tritt das Denken, Leben und Forschen der Dynamischen Psychiatrie noch deutlicher hervor als im 1. Band. Die Dynamisch-Psychiatrische Berliner Schule befasst sich mit dem ganzen Menschen in Gesundheit und Krankheit, Tätigsein und Gesellschaft und hebt holistisch die Trennung von Körper und Psyche auf. Dies drückt sich auch in den in diesem Band dargestellten innigen Beziehungen des Funktionalismus von Hirnstrukturen, Ich-Strukturen, Unbewusstem und Bewusstem aus. Die Hirnforschung und Neurophysiologie wurden unter Einbeziehung sowjetischer Beiträge zur Beziehung der Rechts-Links-Dichotomie des Gehirns, zu Problemen des Gehirns, zu Problemen des Unbewussten sowie einer grundlegenden Arbeit über die Einstellungslehre von Uznadze bearbeitet. Aus der Schule Günter Ammons werden die biologischen und hirnphysiologischen Aspekte der Psychiatrie erstmals mit seiner Ich-Struktur-Lehre in Verbindung gebracht. Auch die Schwierigkeit dieser neuen Wissenschaft, nonverbale Dynamiken verbal zu formulieren, wird in diesem Band deutlich werden. Dieser Band stellt auch eine Alternative zur Antipsychiatrie genauso wie zur herkömmlichen Psychiatrie dar. Jedoch ist das Anliegen, nicht gegen etwas zu sein, sondern für den Menschen in all seinen Lebensbereichen. Inzwischen wurde die diagnostische und Forschungsabteilung in der Dynamisch-Psychiatrischen Klinik Menterschwaige München aufgebaut. Erste Ergebnisse kommen nunmehr zur Veröffentlichung. Alle Beiträge dieses Bandes durchzieht das synergistische Prinzip eines ganzheitlichen Denkens bestimmt vom sozialenergetischen Prinzip und einer konzeptionellen Methodenintegration. Theorie und Praxis der Berliner Schule werden mit den Ergebnissen exakter und experimenteller Hirnforschung überprüft und methodenintegrativ verbunden, zusammen mit Ergebnissen über die Rolle von Arbeit, Tätigsein und Kreativität. Behandlungsmethodik, Arbeits- und Milieutherapie in der Dynamischen Psychiatrie kommen zusammen mit Ergebnissen von Schizophrenie- und Anorexia-nervosa-Forschung. Auch die Philosophie, Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftstheorie und Forschungsmethodik kommen in diesem Band zur Bearbeitung.

Verlags-Links

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