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Zu den gesellschaftlichen Hintergründen von Störungen im Kindes- und Jugendalter und ihren Auswirkungen auf die Erwachsenentherapie (3 UE)

6. März | 20:00 - 22:00

7,00 €

Die sich rapide verändernden Gesellschaftsstrukturen in einer beschleunigt globalisierten Welt bringen riesige Umwälzungen mit sich, die sich in von Politik und Öffentlichkeit nicht wahr­genommenen Veränderungen niederschlagen. Diese strukturellen Umbrüche betreffen zuallererst die Keimzelle jeder psychosozialen Entwicklung – die Familie. Betroffen sind dadurch vor allem Kleinkinder und Jugendliche durch eine auseinander driftende Ge­sellschaft. Während auf der einen Seite der Wohlstandsgesellschaft eine zunehmende Verelendung und Zerstörung familiärer Strukturen zu beklagen ist (Zerfall von Familien, Mehrfachjobs, alleinerziehender Mütter, mangelnde Zuwendung, Misshandlungen, Substanzabhängigkeit, Kriminalisierung etc.), führt auf der anderen Seite der materielle Überfluss zu einer Ellbogengesellschaft, deren ausgeprägter Narzissmus eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber anderen und eine mangelnde Objektbeziehungsfähigeit (materiell wie personell) fördern.

Der Vortrag wird sich mit den Auswirkungen einer sich beschleu­nigenden Globalisierung (wirtschaftlich, medial) auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen befassen und deren Implikationen für die spätere Erwachsenenpersönlichkeit und die Gesellschaft insgesamt.

Der Referent
Prof. Dr. Dipl.-Psych. Volker Tschuschke war von 1996 bis 2013 Lehrstuhlinhaber im Fach Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Köln. Vom Sommer 2013 bis zum Frühjahr 2017 leitete er an der Sigmund Freud-Privatuniversität in Berlin den Studiengang Psychotherapiewissenschaft.