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Übertragung/Gegenübertragung: Was macht Patienten schwierig?

28. April 2023 | 20:15 - 21:45

Kostenlos

Patienten werden schwierig wahrgenommen, wenn es diesen mittels Übertragung (Ü) und agierendem Verhalten gelingt, bei professionellen Helfern wie auch Teams/Gruppen eine Gegenübertragung (GÜ) mit belastenden Gefühlen (wie aggressive Regungen und Schuldgefühle, Ohnmacht, Hilflosigkeit, verletztes Gerechtigkeitsgefühl, Resignation) auszulösen. Psychodynamisch verwickeln sich unbewusste Anteile und wirken bei GÜ-Reaktionen im sog. Enactment. Die übertragene „destruktive“ Energie muss emotional metabolisiert (verdaut) werden, sonst entstehen für Therapeuten und Helfer akute wie auch subsummierend chronische psychische Belastungen und Kräfteverluste. Wissen über psychodynamische Hintergründe (wie Ü/GÜ) und eine gute Selbstkenntnis für Ärzte und Therapeuten (insbesondere durch Selbsterfahrung) wie auch der professionelle Austausch ist nicht nur zur Behandlungseffizienz, sondern auch zum Selbstschutz erforderlich.
Einführend werden Zusammenhänge verdeutlicht, insbesondere die in der Kindheit geprägten, psychopathologischen erworbenen emotionalen Konflikte führen im weiteren Leben zu bio-psycho-sozialen Störungen mit dem belastenden Verhalten und den Übertragungsproblemen der schwierigen Patienten. Zudem werden beeinflussende Parameter für den Therapieprozess und -prognose wie die emotionale Passung zwischen Charakterstrukturen, Rollenerwartungen und -verhalten, Alters- und Geschlechtskonstellationen, traumatischer Impact, beeinflussende Vorbehandlungen, soziale Faktoren (z.B. Bildung, der „Erfolgstyp“ oder der „resignative Looser“, Status als Privatpatient oder Behandlungen der gleichen Berufsgruppe) werden besprochen. Behandlungserfolge stellen sich unter professioneller Haltung des Behandlers im Übertragungsgeschehen ein, wenn emotionale Ursachen verstanden, in therapeutischen Behandlungsansätzen berücksichtigt und sich verstehend durchgearbeitet werden.

Literatur:
Heimann, Paula: Gegenübertragung und andere Schriften zur Psychoanalyse. Vorträge und Aufsätze aus den Jahren 1942 –1980, Klett-Cotta. 2016
Heisterkamp, Günter: Enactments: Basale Formen des Verstehens, in Psychoanalyse & Körper, Nr. 5 (2004), 103-130
König, Karl: Gegenübertragungsanalyse. Vandenhoeck&Ruprecht. 1993

Leitung: Dr. med. Lothar Schlüter-Duponts
Vorlesung: 2 UE, Präsenzveranstaltung/Zoomübertragung für LFI München mögl., TP/AP, T

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Onlineteilnahme für LFI München

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Details

Datum:
28. April 2023
Zeit:
20:15 - 21:45
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorie:

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