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Anerkenntnis von Leid als Voraussetzung für Versöhnung. Erfahrungen und Reflektionen aus der (psychodynamischen) Psychotherapie

19. November 2021 | 20:00 - 22:15

Anerkenntnis von Leid als Voraussetzung für Versöhnung. Erfahrungen und Reflektionen aus der (psychodynamischen) Psychotherapie

Um in Frieden mit sich selbst und seiner Umgebung leben zu können ist die Bereitschaft und Fähigkeit zur Versöhnung zentral – das gilt im gesellschaftlich-politischen Bereich wie im persönlichen. Während das englische Wort „reconciliation“ etymologisch pragmatisch den Effekt des „Wiederzusammenkommen“ fokussiert, eröffnet das deutsche „Versöhnung“ ein weites semantisches Feld mit Wörtern wie „Schuld“, „Sühne“, „Reue“, „Vergebung“, „Verzeihen“, „Ausgleich“, „Wiedergutmachung“, „Revanche“, „Vergeltung“,“Rache“.

Versöhnen kann sich der Mensch mit anderen, mit denen er in mehr oder minder großem/zerstörerischem Dissens, Streit und Krieg lag, und auch mit sich selbst, resp. mit Anteilen seiner selbst oder der – nicht (mehr) zu ändernden – Realität, Lebensereignissen und -umständen, einem „Schicksal“(sschlag). Dabei können wir beobachten, im Verhältnis von Ethnien untereinander (verwiesen sei hier beispielhaft auf die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungkommission) wie in persönlichen Nahbeziehungen, dass die Anerkenntnis von erlittenen leidvollen Verletzungen – bevorzugt von denen, die die Verwundungen zugefügt haben! – immer eine wesentliche Voraussetzung für Versöhnungsprozesse darstellt.

In psychotherapeutischen Prozessen begegnet uns dieses genuine starke Bedürfnis oft in dem Wunsch, diese Anerkenntnis und eine Wiedergutmachung von den Menschen aus der Primärgruppe zu erfahren, die für das erlitten Leid verantwortlich gemacht werden.

Im besten Fall kann das durchaus gelingen – was aber, wenn etwa die Eltern zu alt, zu krank (körperlich, seelisch) sind für eine dazu notwendige Auseinandersetzung und Begegnung? Dieser Wunsch kann so dominieren, dass das stellvertretende empathische Gesehenwerden durch den Therapeuten den Patienten nicht erreicht und es zu einer Arretierung des gesamten psychotherapeutischen Prozesses kommen kann bis hin zu einer Negativen Therapeutischen Reaktion.

Zwei Fallvignetten aus der psychotherapeutischen Praxis sollen beide Möglichkeiten illustrieren.

Literaturempfehlung zur Vor- und Nachbereitung:

  • Arendt, Hannah (1958): „The Human Condition“, Chicago, University of Chicago Press
  • Flaßpöhler, Svenja (2017): „Verzeihen. Vom Umgang mit Schuld“, München, Pantheon
  • Karger, André (Hg.) (2012): „Vergessen, vergelten, vergeben, versöhnen? Weiterleben mit dem Trauma“, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht

 

Die Referentin
Gabriele von Bülow ist Linguistin und niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Lehr- und Kontrollanalytikerin (DAP) sowie in der Leitung des Berliner Lehr- und Forschungsinstitut der DAP tätig.

 

Anmeldung per E-Mail >

Präsenzveranstaltung mit Online-Übertragung per Zoom.

Teilnahme 10,00 €, ermäßigt 7,00 € (Student*innen, Rentner*innen, Erwerbslose –> Bitte senden Sie uns ggf. einen Nachweis.)

Die Plätze für die Präsenzteilnahme sind coronabedingt sehr begrenzt. Gerne können Sie aber freie Kapazitäten per E-Mail anfragen.
Für die Präsenzteilnahme ist ein Nachweis über die vollständige Covid-19-Impfung oder die Genesung( innerhalb der letzten 6 Monate) oder ein tagesaktueller negativer Test-Bescheid mitzubringen.

Des Weiteren bieten wir Ihnen die Möglichkeit der Online-Teilnahme an.

Hierfür bitten wir um folgende Angaben

  • Vor- und Nachname
  • Anmeldename für das Online-Meeting, falls Sie sich mit einem anderen Namen anmelden sollten
  • approbierter Psychologischer Psychotherapeut oder Arzt? sonstiges Fachpublikum? (keine Voraussetzung!)
  • Benötigen Sie eine Teilnahmebescheinigung?
  • Benötigen Sie eine Quittung?
  • Bitte geben Sie hierfür Ihre Anschrift an.
  • Wie sind Sie auf die Veranstaltung aufmerksam geworden? (freiwillige Angabe)

Anmeldeschluss ist 13 Uhr am Veranstaltungstag.

Bitte überweisen Sie die Teilnehmergebühr an die
Bank für Sozialwirtschaft Berlin
IBAN DE98 1002 0500 0003 1151 00
BIC BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Vortrag 11-2021

Bei Zahlungseingang nach dem 12.11.2021 senden Sie uns bitte einen Überweisungsnachweis.
Sollten Sie nichts weiter von uns hören, gilt Ihre Anmeldung als bestätigt. 
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir den Beitrittslink erst kurz vor der Veranstaltung gesammelt an alle Teilnehmer versenden.

Die Teilnahmebescheinigung wird im Laufe der Woche nach der Veranstaltung per Post verschickt.